Unterschiede

Hier werden die Unterschiede zwischen der gewählten und der aktuellen Version gezeigt.

nuernber_1431 nuernber_1431 2013/10/31 15:41 aktuell
Zeile 1: Zeile 1:
 +Nürnberg 9.-10. März 1431
 +
 +a)
 +
 +Das ist die begreifunge, wie man sich den heeren halden soll,
 +als hernoch stehet geschrieben.
 +1. Item alle die, die in das heer kommen, sullin vore beichten und
 +gottis leichenam empfoen und sich gottlichin halden.
 +
 +2. Item der bischof von Menez, der bischof von Kölln, der bischof
 +von Tyren, der pfalzgrafe vom Reyne sullin ein heer und ein wagenburg
 +haben und ihren streit bestellen.
 +
 +3. Das ander der herzog von Sachsen, der lantgrafe von Doringin,
 +der lantgrafe von Hessen, sullen auch ein heer und wagenburg haben
 +und ihren streit bestellen.
 +
 +4. Item der markgrafe von Brandenburg, der bischof von Wirezburg,
 +der bischof von Bobinberg, die grafin und ritterschaft von Swabin
 +und was aus dem lande der Franken kummen, die sullin auch ein heer
 +und ein wagenburg haben und ihren streit bestellen.
 +
 +5.Item der bischof von Maitburg, der bischof von Hildesheim, der
 +bischof von der Halberstadt, die herzogine von Brawnesczweyk und der
 +markgrafe von Brandenburg von der Marke wegen, die sullin ein heer und
 +eine wagenburg bestellen mit ihrem streite.
 +
 +6. Item die reichsstädte sullin ein heer und ein wagenburg haben,
 +und ihren streit bestellen, und sich mit ihrem vulke zu einem fursten halden,
 +zu welchim sie wollen und thuen das recht, das es wohl bestellt sei.
 +
 +7. Item die dursten, herrn aus der Slezia und Lowsíez und die
 +VI städte zbd der deutsche meister von Prewssen sullin ein heer und
 +ein wagenburg haben und bestellen einen streit.
 +
 +8. Item alle herzoge und Osterreich sullen ein heer und wagenburg
 +haben und ihren streit bestellen.
 +
 +9. Und wenne die fursten, herrn und städte zusammen kommen mit
 +ihren heeren in das land zu Behemin, so sullen sie denne ihren streit und
 +wagenburg bestellin und das beste thuen, wie des sie eines werdin.
 +
 +10. Item was ein itzlicher furste, hirre ader stadt fussgänger oder
 +wappener brenget, die sollen gleich halb buchsen und halb armbrost haben
 +mit pfeilen, blei, pulver und was dorzu gehöret.
 +
 +11. Also sall manüber X fussganger einen hauptmann geben, und
 +uber hundert einen hauptmann, uber rausint einen hauotmann.
 +
 +12. Wer das, dass jemand so ubel tete, wer der wär, und von dem
 +streite fliehen wurde, ader aus dem lande zu Behemin rette (reite), gienge
 +oder fuhre ane seiner hauptleute willin ader wissin, der ader die, ehre
 +weib und kinder sullin ewiglichen vortreben sein und all ihre gut ist
 +verloren.
 +
 +13. (Auch soll ein jeglicher, der in die heere führet spise, trank,
 +kaufmannschaft, welicherlei das ist, ui und ab von den heeren sicher und
 +fehlig sein vor aller menglich, niemand usgenommen, ohne gefährde, und
 +wer dawider täte und sie beraubete oder verhinderte, der oder die sollent
 +ihren lib verloren haben und soll kein gnad helfen )*)
 +
 +14.Ouch so sullen die fursten und herrn einen markt bestellen in
 +dem heer, als das gewohnlich idt, und wer doweder täte, der soll seinen
 +leib verloren haben.
 +
 +15. (Ouch solle ein jeglich wagen, denman in das heer bgringet,
 +stark und gut sin, und soll ein isin kettin haben 15 schuh lang, und
 +2 dielen (pretter); und jeglich wagenknecht soll ein pflegel haben, grab-
 +schufeln und solich notdurft)
 +
 +16. Auch so sall kein furste ader stadt sich vor keine stadt oder
 +burg legen, die zu notigen mit stormen länger denne eine nacht, is sei
 +denne mit wissen und mit willen aller fursten, herrn und städte.
 +
 +17. Auch sall man bestellin, wenne die herrn zusammen kommen,
 +dass ein heer einen tag vor ziehe und das ander hernoch, (und darnoch
 +alle tage ein heer vor, das ander noch), also das redelich und bequem-
 +lichen ist, und als man des eines wird.
 +
 +18. Ouch soll ein itzliches heer seone wäppener bestellen  (rennbanner),
 +welchir der von dem panierhen reitet ader fähret ahn des hauptmannes
 +willen, denne ader den sall man seine pferde ader wagen nehmen, und sall
 +das beuten, und do sall niemand umbreden, uf das, dass man dister gehor-
 +samer in dem heer sei, und bei dem paniere bleiben.
 +
 +19. Item so sall niemand in dem heer spelen; wer dass täte, dem
 +sall man eine hand abe slohen.
 +
 +20. Item so sall niemand eine gemeine fraue do haben; wer das
 +thuet, den sall man burnen.
 +
 +21. Item wer ein messer gewinnet, und einen wundt, dem sall man
 +eine hand abe slohen; ist dies aber eine fährliche wunde, ader tödt einen,
 +das soll man richten nach rechte.
 +
 +22. Auch sall man in dem heer nicht besaunen; besunder wenne
 +man besaunet, so soll ein itzllicher bereit werdin, und an die statt kommen,
 +do her hin wird geschichekt.
 +
 +23. Item wer da stehlet ader jemande das seine nimmt, ist sei in
 +dem heer, ader vor dem heer, wo das geschiet, is were harnusch ader
 +pferdt, ader welchirlei das wäre, den sall man händen, und ihm sall keine
 +gnade helfen.
 +
 +24. Ouch sall itzlicher furste, hirre, stadt in ihrem heer sunderliche
 +schüppen dorzu haben und bestellen, ab ein eklage vor sie kämme, die da-
 +rober richten und finden sullin, was do recht sei, und ihren stroffer dorhei
 +haben, als das not wäre, dorober zu richten all zu hand.
 +
 +25. Wär is auch, ob jemande im heer wurde mit dem andern zwe-
 +trachtig, welchirlei das wäre, der sall is dem andern nicht ofrucken noch
 +gedenken in keinem wege, besunderer sall das gutlichen halden und lossin
 +bestan bis zu seiner behausunge.
 +
 +26. Auch sall ,am bestellen, ab ein oflauf in dem heer wurde, dass
 +sich neimand dirzu woppen sall, und auch niemand dorzu laufen sall;
 +besunder denne, die dorzu geschicket werden, also itzlichen fursten, herrn
 +und städten dorzu zweene schicken sullin, und also viel dorzu, bis man
 +eines wird, die dorzu kamen und den oflauf understehen und unfuge be-
 +waren.
 +
 +27. Item so sall ein itzlich heer vier oder funfe wohl gelehrte
 +pfaffen haben, die dem volke predigen, und lehren, wie man sich halden
 +sull, und um den heiligen christlichen glauben streiten sall, so man das
 +allerbese ausgerichten kann.
 +
 +28. Item sich sall auch kein heer in keinerlei sache unterwinden,
 +auszurichten und einzunehmen, ader zu thuen ahn des obirsten haupt-
 +manns willen und wissen.*)
 +
 +29. (Item sich soll auch kein furst, herre oder stadt oder sust je-
 +man keiner städte, märkt dörfer oder anderlei annehmen, die zu ver-
 +sprechen oder zu verteidingen, es si dann mit wisswen und willen der
 +houptlut.
 +
 +30. Auch soll ein jeglicher dem houptmann gehorsam sin, und solich
 +gehorsam von jemand, wer der wer, gebrochen wurde, den oder doe soll
 +der houptmann stroffen nach dem und der bruch der gehorsams geschehen
 +wär, und des soll sich niemand annehmen in kein wise.)
 +
 +b)
 +Das ist der anschlag der büchsen und des gezeuges, das man
 +haben soll
 +
 +1. Item der herzog von Sachsen soll haben XIIII steinbuchsen zu den,
 +streite und eine grosse buchse und dorzu XII pfeile.
 +
 +2. Item der landgrafe von Doringen XIII buchsen (und eine grosse
 +buchse)*) und VI (10.000) pfeile.
 +
 +3. It. der markgrafe von Brandenburg XII buchsen (zum strit) und
 +eine grosse buchse und VI pfeile.
 +
 +4. It. Herzog Albrecht und herzog Erinsteskind von Psterreich sullen
 +haben so viel buchsen, gross udn kleine, also sie der bedurfen und ge-
 +haben mogen, dorzu obir die geschoss (schutzen) XII pfeile.
 +
 +5. It. der bischof von Salezburg VI buchsen, itzliche die scheisst
 +als (gross als) ein haupt, und VI pfeile.
 +
 +6. It. der bischof vo Passaw IIII buchsen, der itzliche scheisst
 +als ein haupt, und VI pfeile.
 +
 +7. It. herzog Lodewig Mortain IIII buchsen in der vorgenannten
 +mosse und eine grosse buchse und VI pfeile.
 +
 +8. It. herzog Ernest, herzog Wilhelm von Beyeren VIII kammer-
 +buchsen, dass eine scheisst als eine bosskaule, und VI pfeile.
 +
 +9. Herzog Heynrich von Beyeren eine grosse buchse,VI kleine
 +(kammerbuchsen), und sust dreie (die als) gross als ein haupt schiessen,
 +und VI pfeile.
 +
 +10. It. herzog Hanns II kleine buchsen (kammerbuchsen), eine grosse
 +buchse und III (IV) pfeile.
 +
 +11. It. herzog Otto mit des pfalzgrafen land zu Beyeren II buchsen,
 +die gross schiessen als ein haupt, III pfeile.
 +
 +(12. It. der bischof von Menez IIII buchsenm der itzliche als ein
 +haupt scheisst, und VI kleine VI pfeile.)**')
 +
 +(13. It.der bischof von Wirtzpurg 4 buchsen, der itzliche schiesse
 +als ein heubt, 6 kammerbuchsen, und 6000 pfil.)
 +
 +14. It. der bischof von Bobemberg II buchsen, die do schiessen als
 +ein haupt, und IIII kammerbuchsen (und 400 pfil).
 +
 +15. It der bischof von Aussburg VI pfeile.
 +
 +16. It. der bischof von Anstat (Eystetten) eine buchse, die do
 +scheisst als ein haupt, drei kleine (drie kammerbuchsen) und VI pfeile.
 +
 +17 It. die Lusacia und die VI städte und alle fürsten in der Si-
 +lesia, herren und städte sullen so viel buchsen haben zum streite, halb
 +(sust andere buchsen) klein und gross mit en fuhren, als an ehren ort
 +not ist und soe getragen mögen, und sullen sich dorin selbist auslohen
 +und beladen nach redlichkeit, wenne wir ihr vermogen (s hie) nicht wissen.
 +
 +18. It. die von Nurenberg sullen haben ihre (eine) grosse busche,
 +IIII steinbuchsen, IIII kammerbuchsen, VI pfeile.
 +
 +(19. Item die von Regensburg 2 buchsen, die da schiessen als ein
 +heubt, 4 kammerbuchsen und sechstausen pfil.)
 +
 +20. It. die von Ratenburg (Rotenburg) II grosse buchsen (stein-
 +buchsen), II kammerbuchsen, III (4000) pfeile.
 +
 +21. It. die von Dingspugel (Dinckelsbuel) I steinbuchse, II kammer-
 +buchsen, II (1500) pfeile.
 +
 +22. It. die von Weisenburg ein steinbuchse, II kammerbuchsen, II
 +pfeile.
 +
 +23. It. die von Furdelingen (Nordlingen) II kammerbuchsen, II stein-
 +buchsen, III pfeile.
 +
 +24. It. Egern eine grosse buchse, VI kammerbuchsen, VI pfeile.
 +
 +25. It. der Ellbogen II steinbuchsen, die do schiessen als (gross als)
 +ein haupt, III pfeile.
 +
 +26. Ausburg VII kammerbuchsen (steinbuchsen), die schiessen als ein
 +bosskaule, VI pfeile.
 +
 +27. Ulmm VI steinbuchsen in derselben mosse, I pfeile.
 +
 +28. Gemünd zwei buchsen in derselben mosse, I pfeile.
 +
 +29. Erfurt eine grosse buchse, VIII steinbuchsen, die do schiessen
 +als ein haupt, X pfeile.
 +
 +30. Sweinfurt ein steinbuchse, II (1500) pfeile.
 +
 +31. Franckefurt VI pfeile Wympfen III pfeile
 +Mencz VI   ,, Custenicz VI   ,,
 +Bormss (Wormss) III   ,, Rabelsburg
 +Speyrer IIII   ,, (Ravensburg) III   ,, (4000)
 +Hill ( Halle) IIII   ,, Bibbrach III   ,,
 +Esslingen IIII   ,, Mommingen III   ,,
 +Hu(ey)lbronn IIII   ,, Snygen (Gyngen) III   ,, (2000)
 +Lindaw IIII   ,, Uberlingen IIII   ,,
 +Schaffhausen IIII   ,, Strossburg VI   ,,
 +Paszel VI   ,, Collmar III   ,,
 +Hagnaw IIII   ,, (3000) Sleczstat III   ,,
 +
 +(32. Item der bischof von Meydeburg 4 steinbuchsen, 4000 pfil.
 +
 +33. Item der bischof von Nuwenburg 2 steinbuchsen und zwei tarras-
 +buchsen, und dreitausend pfil.
 +
 +34. Item der bischof von Merszburg 2 steinbuchsen, 3000 pfil.
 +35. Item iglich furste und städt, die vorgeschrieben stehen, sollen
 +zu solichen ihren buchsen furen lassen stein und ander noitdurft, die
 +darzu gehoret, und die auch mit buchsenmeistern bewahren, als sich das
 +noch noitdurft geburt, und sollen auch sust ihren schutzen eine güte not-
 +durft pfile geben über soliche anzahl der pfil, die einen jeglichen insun-
 +derheit in vorgerürter weis geschrieben sin.
 +
 +36. Item ein jeglich furste und stadt, den also pfi zu haben zu-
 +geschrieben sin, sulient zu jeglichem tusen für pfil mit führen lossen.
 +
 +37. Es sullen ouch sust alle fürsten und städte, die hie mit büssen
 +und gezüge mit angeslagen sin, kammerbuchsen, die schiessen als gross
 +als ein bosskugel, mit ihn bringen und führen lassen, so sie derein
 +meisteil gehaben mögen etc.)
 
nuernber_1431.txt · Zuletzt geändert: 2013/10/31 15:41 von stuenz
 
RSS - 2007 © 7throot HeadQuarters